Fahrradgedanken #9 von Susann

Auf dem Foto sind drei Menschen zu sehen, zwei Männer und ein Kind. Es muss Winter sein, sie tragen dicke Jacken und die Bäume sind ohne Laub. Der Große ist fast noch ein Junge, im Anorak, der dem anderen, dem älteren, den Arm um die Schulter legt. Beide schauen in die Kamera, lächeln ein bisschen. Die Augen des Älteren sind vom Schirm seiner Eisenbahnermütze überschattet. Dazwischen stehe ich, neunjährig, die Augen geschlossen, zufrieden, angeschmust. Ich umarme sie, meine Hände verschwinden hinter ihren Rücken. In meiner Vorstellung stehe ich noch immer so da, die Arme ausgebreitet – und allein.