Tod und Popkultur: live fast, love hard, die young

endlich. bei iTunes

Was fällt uns zum Thema Tod und Popkultur zuerst ein? Verschwörungstheorien, Grufti-Rituale und der Tod von David Bowie! Über all das und noch viel mehr sprechen wir mit Schorsch Kamerun. Er ist Sänger der Band Die Goldenen Zitronen, inszeniert Theaterstücke und Opern, produziert Hörspiele und hat auch ein Buch geschrieben. Freut Euch auf eine wilde und sehr nerdige endlich.-Folge.

Zuerst begeben wir uns auf die Suche nach unserer Form von Transzendenz – worin finden wir ein Gefühl von Sinn, der über unser kurzes Leben hinausgeht? Caro hat in einem Geo-Artikel über das erfüllte Leben (in dem auch ein Foto von uns und ein kurzes Protokoll über unsere Erlebnisse mit dem Tod ist) fünf mögliche Ansätze gefunden, die von Sozialpsychologen vorgeschlagen werden: Glauben, Kinder, Natur, Drogen/Meditation oder Kunst.

Wir sprechen über die kathartische Wirkung von kreativer Wut – in Form von Punksingen (Caro) und Punkhören (Susann) -, über Serien schauen und Musik hören in akuten Trauerphasen und über die Auseinandersetzung mit Tod in der Subkultur: Caro erzählt aus ihrer Grufti-Jugend, Susann über ihre Punk-Adoleszenz. Dabei entdecken wir Zusammenhänge, aus denen wir uns die Entstehung des Pathos bei Caro und des Zweifels bei Susann erklären.

Schorsch Kamerun behauptet kühn, keine Angst vor dem Tod zu haben, das wirkliche Vergehen ist ihm zu abstrakt, wovor er sich fürchtet, ist das Kranksein und der Schmerz. Seine Form der Transzendenz ist das Singen, die Kunst. Glauben kann er nicht, würde es aber gerne, weil er Lust hat, etwas abzugeben von dieser modernen, aber auch ein bisschen bescheuerten ständigen Selbstbeschäftigung.

Und ja, die Popkultur ist tot, das kommt Schorsch zuerst in den Sinn, als wir ihn nach Tod und Popkultur fragen. Das vorausgeschickt gibt es kein Halten mehr und wir philosophieren über David Bowie, über Punk und Grunge, über Kurt Cobains Tod und warum er zwangsläufig gewesen sein muss, über John Cage und seinen berühmten Ausspruch „Musik kann alles“, über Helge Schneider als Organist auf einer Trauerfeier, über das Band-Grab der Toten Hosen und über einen bemerkenswerten Abschied auf Jamaika, der fünf Tage dauerte und vor allem aus der brüllend lauten Musik des Verstorbenen bestand. Außerdem wird ein bisschen gesungen, viel gegrüßt und sehr viel zitiert.

Die Frage mit Max kommt wieder ganz zum Schluss. Schorsch stellen wir Frage Nr. 6: „Wovor haben Sie mehr Angst? Dass Sie auf dem Totenbett jemanden beschimpfen könnten, der es nicht verdient oder dass Sie allen verzeihen, die es nicht verdienen?“

Die Fahrradgedanken kommen heute von Susann und die findet Ihr hier zum Nachlesen.

Außerdem unsere bunt gemischten Lese-, Seh- und Hörempfehlungen:

Television Personalities, I know where Syd Barrett lives
Alexandra, Mein Freund der Baum
Jessica Jones, Trailer
Caros Band: gegenüber

Und wie immer der Hinweis: Listen to the fabulous „Alle alle“ by Peer aus unserem Intro/Outro!